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Gelenke und Schmerzen – wer rastet, der rostet

# Tipps | 2. Oktober 2019

Apotheke Stahnsdorf Arthrose und Rheuma

Gelenke verbinden zwei Knochen miteinander und sorgen gemeinsam mit Sehnen und
Muskeln für Stabilität und Beweglichkeit. Jedes Gelenk wird von einer Gelenkkapsel fest
umschlossen, die einen mit Flüssigkeit gefüllten Spalt schützt. Diese Flüssigkeit oder
„Gelenkschmiere“ wird in der Kapselinnenhaut gebildet und verringert nicht nur die
Reibung, sondern versorgt auch den Knorpel auf den Gelenkflächen bei jeder Bewegung
mit Nährstoffen. Ähnlich einem Stoßdämpfer schützt dieser Knorpel das Gelenk vor
Überlastung und damit den Knochen vor Abrieb.

Beispiele für Gelenkarten

  • Scharniergelenk: Ellenbogen, Knie
  • Drehgelenk: Hals
  • Kugelgelenk: Schulter, Hüfte, Finger
  • Sattelgelenk: Daumen
  • Arthrose oder Gelenkverschleiß

Doch Fehlhaltungen, Bewegungsmangel oder Übergewicht können zu vorzeitiger
Abnutzung („Arthrose“) des Knorpels besonders auf den stark belasteten Gelenken von
Hüfte und Knie führen. Durch die Schäden am Gelenkknorpel kommt es letztendlich zur
Zerstörung der darunterliegenden Knochenflächen. Damit verbunden sind plötzliche
Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und sich versteifende Gelenke mit knotigen
Verdickungen. Der beste Schutz davor ist regelmäßige Bewegung, damit der Knorpel
ausreichend mit Gelenkschmiere und den darin enthaltenen Nährstoffen versorgt wird
sowie starke Muskeln zur Unterstützung und Stabilisierung.

Symptome einer Arthrose

  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die sich bei körperlicher Belastung
    sowie kalter und feuchter Witterung verstärken
  •  Anlaufschmerz nach längerem Ruhen bei nur kurzer Morgensteifigkeit der Gelenke
    (im Gegensatz zur Arthritis)

Da sich Gelenkknorpel praktisch nicht neu bilden kann, ist es Ziel aller therapeutischen Maßnahmen bei Gelenkverschleiß, die Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern oder wenigstens zu erhalten.

Rheuma
Rheuma (aus dem Griechischen für „ziehender, reißender Schmerz“) ist nicht nur eine
Krankheit, sondern ein ganzer Formenkreis entzündlicher Erkrankungen, die neben
Knochen und Gelenken auch Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder sowie so gut
wie alle Organe befallen können. Rheumatische Entzündungen gibt es beispielsweise am
Auge, am Herzmuskel, an den Nieren, am Darm oder den Nerven. Eine spezielle Form
des Weichteilrheumatismus ist die „Fibromyalgie“ mit ausgeprägten Muskelschmerzen.
Auch Gicht, Arthrose oder Lupus erythematodes gehören zum rheumatischen
Krankheitsbild. Die weitaus häufigste Rheuma-Erkrankung ist jedoch die rheumatoide
Arthritis, oft auch chronische Polyarthritis genannt, weil sie mehrere Gelenke gleichzeitig
befällt.

Arthritis oder Gelenkentzündung
Auf den ersten Blick ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis nicht leicht zu
erkennen, denn viele Beschwerden und auch Behandlungsansätze sind bei beiden
Krankheitsbildern gleich, da eine Gelenkabnutzung so gut wie immer auch eine
Gelenkentzündung zur Folge hat.

Die Ursachen können jedoch vielfältig sein und eine Arthritis kann auch durch eine
Infektion (z.B. Borreliose nach Zeckenbiss) oder eine Autoimmunreaktion entstehen, wie
es bei der rheumatoiden Arthritis der Fall ist, die sich zunächst nur durch leichte Müdigkeit,
Fieber oder Appetitlosigkeit bemerkbar machen kann, bevor in späteren Stadien warme,
geschwollene und gerötete Gelenke, die meist paarweise betroffen sind, hinzukommen.

Nichtsteroidale Antirheumatika als Standardtherapie
Egal, ob es sich um Arthrose, Arthritis, Rheuma oder Hexenschuss handelt: Zur
Standardtherapie gehören entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen,
Diclofenac, Indometacin oder Naproxen, die als „nichtsteroidale Antirheumatika“ (NSAR)
bezeichnet werden.

Diese Schmerzmittel sind auch für die kurzzeitige Selbstbehandlung geeignet und in
niedrigen Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke als Tabletten und/oder Salben zu
kaufen. In höheren Dosierungen sowie bei langanhaltenden Schmerzen sind die NSAR
verschreibungspflichtig, da sowohl die Erkrankung als auch mögliche Neben- und
Wechselwirkungen eine regelmäßige ärztliche Kontrolle erfordern. Die häufigsten
Nebenwirkungen sind verstärkte Blutungsneigung, verringerte Nierendurchblutung sowie
Magenbeschwerden, gegen die oft Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol,
Pantoprazol oder Esomeprazol als Magenschutz verordnet werden.

Die dadurch reduzierte Bildung von Magensäure kann zu einem Nährstoffmangel vor
allem bei Vitamin B12, Magnesium, Calcium, Eisen und Vitamin C führen, besonders wenn
die PPI jahrelang eingenommen werden müssen.

Gesundes für Gelenke – Nahrungsergänzung bei Arthrose und Arthritis
Glucosamin und Chondroitin gehören zu den „Chondroprotektiva“, sind Nährstoffe, die die
Gelenke schützen und den Knorpelabbau verringern bzw. dessen Struktur stärken.
Glucosamin ist der Hauptbestandteil von Gelenkknorpel und –flüssigkeit und besitzt sogar
eine Zulassung als entzündungshemmendes Arzneimittel bei Arthrose.

Chondroitin sorgt dafür, dass Wasser im Bindegewebe gespeichert und dadurch die
Elastizität des Knorpels erhöht wird. Zudem verringert es die Bildung
entzündungshemmender und knorpelzerstörender Substanzen.

Oft werden beide Stoffe auch mit MSM, dem schwefelhaltigen Methylsulfonylmethan,
kombiniert, das ebenfalls einen Ausgangsstoff für den Gelenkknorpel liefert.

Werden diese Nahrungsergänzungsmittel richtig und rechtzeitig eingenommen, können sie
möglicherweise den Bedarf an entzündungshemmenden Arzneimitteln sowie die damit
verbundenen Magenbeschwerden als häufiger Nebenwirkung verringern.

Denken Sie bitte daran, dass Knorpelschäden wenn überhaupt nur sehr langsam repariert
werden, so dass die Effektivität dieser Nahrungsergänzung erst nach mehrmonatiger
regelmäßiger Einnahme beurteilt werden kann. !

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